Aktuelles
Die Angehörigen von Messies sind Mitbetroffene….
„Wir reden darüber“

denn wir ersticken in der Sammelleidenschaft unserer Partner und deshalb treffen wir uns jeden
Mittwoch von 17-19:00 Uhr im DRK-Selbsthilfe- und Informationszentrum
Am Treppenweg 8 in Erbach
Kontakt: Marianne 06068-912460.
Nach Meinung von Experten gibt es in der Bevölkerung fast zwei Prozent Menschen, die am Messie-Syndrom erkrankt sind. Angehörige gibt es dementsprechend um ein Vielfaches mehr.
Die Betroffenen sind nach außen häufig unauffällig. Messies erscheinen meist als optimistische, vielseitige, kreative und offene Menschen, lediglich mit einer Tendenz zu Perfektionismus und Hektik. Sie sind unfähig, zwischen brauchbar und unbrauchbar zu unterscheiden und dieser Einsicht entsprechend zu handeln. Messies schämen sich der von ihnen geschaffenen Unordnung und leiden darunter.
Wegwerf-, Ausräum- und Sortieraktionen scheitern nach kurzer Zeit durch das trotzige Widerstands-Verhalten der Messies. Nach Wochen oder Monaten der vergeblichen Aufräumversuche erleben die Angehörigen eine psychische Erschöpfung. Erschwerend kommt hinzu, dass sie häufig die gesamten Aufgaben im Haushalt mit übernehmen müssen. Viele Angehörige überfordern sich dabei und geraten nach einer Weile selbst an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Zusätzlich haben sie das Gefühl, dass die Messies durch exzessives Sammeln und Horten zur Verschärfung der häuslichen Situation beitragen.
Was können Angehörige für sich tun:
- Die Verhaltensweisen des Messies akzeptieren, aber den eigenen Bereich abgrenzen. Es ist ein schmerzlicher Prozess sich einzugestehen, dass man den anderen nicht verändern kann. Sich selbst aber kann man stärken, in dem man sich Hilfe sucht.
- Angehörige müssen die eigenen Grenzen der Belastbarkeit erkennen und, dass sie dem Messie wenig, bis keine Hilfe geben können. Sie können ihm jedoch Hilfsangebote aufzeigen.
- Die Ziele dieser Zusammentreffen sind, sich zu informieren und auszutauschen über alle möglichen Verhaltensweisen und deren Auswirkungen auf die Familie.
Sich gegenseitig ermutigen und lernen, Grenzen zu setzen. Erleben, wie gut es tut zu wissen, dass andere Menschen dieselben Probleme haben, denn die seelische Not der Angehörigen wird oft nicht gesehen.
Weitere Informationen bei Marianne 06068-912460 oder Friedel 0162-2578112.
Foto: Grap (Creative Commons Lizenz)
Zuletzt geändert am: 04.12.2011 um 13:10
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